Bergtouren

Große Klammspitze

Die Große Klammspitze, 20.6.2026
Frank Rösner – ZUM NACHREISEN Samstag, 20. Juni 2026 von Frank Rösner – ZUM NACHREISEN

Die Klammspitze bei Hitze

Nachdem die Sicht bei meiner ersten Tour auf die Große Klammspitze (oder Klammspitz ohne „e“) schlecht war, habe ich mich heute bei schönem Wetter, aber auch großer Hitze, auf den Weg gemacht. Ich startete recht spät, wohlwissend, dass die Tour nicht schwierig ist. Allerdings hatte ich die Große Klammspitze vom ersten Mal einfacher in Erinnerung, die Kraxelei kam mir diesmal viel mehr vor. Vielleicht lag es an der Hitze.

Ich habe wieder den gleichen Weg gewählt, also den Forstweg bis zur Brunnenkopfhütte und auf dem Rückweg den Steig.

Die Brunnenkopfhütte auf 1602 m ist am Parkplatz mit 2¼ Stunden angegeben. Erstaunlicherweise benötigte ich nur 1¼ Stunden. Ich wollte den Forstweg aber auch schnell hinter mich bringen, wobei dieser im Vergleich zu anderen Forstwegen zu den schöneren zählt.

Von der Hütte bis zum Gipfel ist es laut Beschilderung eine Stunde, hier habe ich etwas länger gebraucht. Vielleicht habe ich meinem Tempo am Forstweg Tribut gezollt. Aber die Zeiten sind mir ehrlich gesagt auch wurscht.

Diesmal hatte ich vom 1924 m hohen Gipfel der Großen Klammspitze eine wunderbare Aussicht.

Der Rundumblick reicht von den Ammergauer Gipfeln (Kreuzspitze, Geierköpfe, Scheinbergspitze, Daniel, Säuling, Notkarspitze, Kienjoch, Hochplatte, Kramerspitze) und das Estergebirge (Krottenkopf, Hohe Kiste) bis zu den Tannheimer Bergen (Kellenspitze, Gaishorn), zum Thaneller und zum Karwendel (Birkkarspitze, Soiernspitze), dahinter die Guffertspitze. Bei Garmisch-Partenkirchen sind die Dreitorspitzen, die Alpspitze und die Zugspitze auszumachen, im Allgäu/Kleinwalsertal der Widderstein und die Urbeleskarspitze. Meine App zeigte in weiter Ferne sogar die Wildspitze an.

Auf dem Rückweg habe ich noch den Brunnenkopf (1718 m) mitgenommen. Diesen erreicht man in 15 Minuten von der Hütte. Rund um den Gipfel darf man keinen Blödsinn machen. Es geht steil bergab. Auch wenn es nur wenige Meter von der Hütte sind, ist das nichts für normale Ausflügler von Linderhof.

Insgesamt war ich mit Pausen heute 6 Stunden unterwegs, die App hat 1240 Höhenmeter gemessen.

Eine weitere Aufstiegsmöglichkeit auf die Große Klammspitz besteht über das Sägertal entlang des Sägertalbachs und danach über den Bäckenalmsattel, den Feigenkopf und den Klammspitzgrat. So lässt sich mit Abstieg über die Brunnenkopfhütte auch eine Rundtour zusammenstellen. Zwischen dem Parkplatz Sägertal und dem Parkplatz Linderhof liegen über den Talweg am Ende 1¾ Kilometer oder 30 Minuten. Diese Runde werde ich beim nächsten Mal wählen.

Die Große Klammspitz, 5.7.2024
Frank Rösner – ZUM NACHREISEN Freitag, 5. Juli 2024 von Frank Rösner – ZUM NACHREISEN

Leichte Kletterei in Begleitung von Gämsen und Alpensalamandern

Die Große Klammspitze ist einer von zahlreichen interessanten Gipfeln in den Ammergauer Alpen. Ausgangspunkt ist der Parkplatz am Schloss Linderhof (3 Euro), von wo auch Wege zum Pürschling und Teufelstättkopf führen, die meistens von Unterammergau aus begangen werden. Man parkt am besten im hinteren Bereich nach einer Holzbrücke, dort wo auch der Wanderweg beginnt. So blockiert man keine Touristen-Parkplätze in Schlossnähe.

Am Beginn des Wanderwegs werden Mountainbiker auf den Alpensalamander hingewiesen, da dieser leicht überfahren werden kann. Dazu später mehr. Aber so war ich auch sensibilisiert, denn ich bin um 4:45 Uhr gestartet und achtete jetzt mit der Taschenlampe darauf, dass ich keinen Salamander schädige, konnte aber auch keinen Salamander entdecken.

Beim Aufstieg wählte ich den Forstweg. Bis zur kleinen, urigen Brunnenkopfhütte auf 1602 m bin ich recht stramm gelaufen und ich erreichte die Hütte nach 1¼ Stunden. Inzwischen war es hell geworden. Von der Hütte bis zum Gipfel sollte es noch eine Stunde sein.

Hinter der Brunnenkopfhütte führt ein schmaler Pfad ins alpine Gelände. Die Große Klammspitze war mystisch mit Wolken und Nebel verhangen. Aber von jetzt an hieß es aufpassen, weniger, weil der Weg gefährlich wäre, sondern weil zahlreiche Alpensalamander auf dem Weg saßen und auch keinerlei Fluchtreaktion zeigten. Sie verharrten vielmehr regungslos und ich musste aufpassen, nicht auf ein Tier zu treten. Ich habe mitgezählt: Es waren sage und schreibe 21 Alpensalamander!

Außerdem hielten sich in dem wunderschönen und ruhigen Talschluss mehrere Gämsen auf, die auch gar nicht so viel Scheu zeigten.

Nach dem Talschluss ging es zügig bergauf und am Ende war auch einige Kraxelei angesagt. Die Wolken sorgten für eine mystische Stimmung. Es muss ja nicht immer strahlendblauer Himmel sein. Immerhin regnete es nicht.
An einigen Stellen musste ich schon etwas aufpassen und der Weg war nicht immer sofort zu erkennen. Wenn man sich bei schlechter Sicht versteigt, kann es problematisch werden. Zwei Hinweistafeln auf Todesfälle, von denen ich natürlich nichts Näheres weiß, lassen einen vorsichtig werden. Aber summa summarum ist es keine schwierige Tour, sie erfordert allerdings schon erhebliche Trittsicherheit und Kraxelfähigkeiten.

Am Gipfel tat sich für wenige Sekunden ein Fenster auf und ich konnte hinüber zur Zugspitze schauen. Dann ging es aber ganz schnell und ich befand mich in einer rundum grauen Suppe. Kein einziger Berg war mehr zu sehen.
Am Gipfel befindet sich ein Grenzstein, wobei ich noch nicht herausgefunden habe, was dieser bedeutet. Denn die Grenze zu Österreich ist 5 km entfernt. Wahrscheinlich ist es ein Messpunkt.

Mangels Sicht hielt ich mich nicht lang am Gipfel auf. Beim Abstieg habe ich mich nach der Brunnenkopfhütte für den schwierigeren Steig entschieden, was aufgrund der feuchten Witterung kein leichtes Unterfangen war.

Nach 5 ½ Stunden erreichte ich aufgrund des Steigs etwas vermatscht, ob der abwechslungsreichen Tour aber hochzufrieden das Auto.

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