Große Klammspitze

Frank Rösner – ZUM NACHREISEN Freitag, 5. Juli 2024 von Frank Rösner – ZUM NACHREISEN

Leichte Kletterei in Begleitung von Gämsen und Alpensalamandern

Die Große Klammspitze (oder Klammspitz ohne „e“, 1924 m) ist einer von zahlreichen interessanten Gipfeln in den Ammergauer Alpen. Ausgangspunkt ist der Parkplatz am Schloss Linderhof (3 Euro), von wo auch Wege zum Pürschling und Teufelstättkopf führen, die meistens von Unterammergau aus begangen werden.
Man parkt am besten im hinteren Bereich nach einer Holzbrücke, dort wo auch der Wanderweg beginnt. So blockiert man keine Touristen-Parkplätze in Schlossnähe.

Am Beginn des Wanderwegs werden Mountainbiker auf den Alpensalamander hingewiesen, da dieser leicht überfahren werden kann. Dazu später mehr. Aber so war ich auch sensibilisiert, denn ich bin um 4:45 Uhr gestartet und achtete jetzt mit der Taschenlampe darauf, dass ich keinen Salamander schädige, konnte aber auch keinen Salamander entdecken.

Beim Aufstieg wählte ich den Forstweg. Bis zur kleinen, urigen Brunnenkopfhütte auf 1602 m bin ich recht stramm gelaufen und ich erreichte die Hütte nach 1 ¼ Stunden. Inzwischen war es hell geworden. Von der Hütte bis zum Gipfel sollte es noch 1 Stunde sein.

Hinter der Brunnenkopfhütte führt ein schmaler Pfad ins alpine Gelände. Die Große Klammspitze war mystisch mit Wolken und Nebel verhangen. Aber von jetzt an hieß es aufpassen, weniger, weil der Weg gefährlich wäre, sondern weil zahlreiche Alpensalamander auf dem Weg saßen und auch keinerlei Fluchtreaktion zeigten. Sie verharrten vielmehr regungslos und ich musste aufpassen, nicht auf ein Tier zu treten. Ich habe mitgezählt: Es waren sage und schreibe 21 Alpensalamander!

Außerdem hielten sich in dem wunderschönen und ruhigen Talschluss mehrere Gämsen auf, die auch gar nicht so viel Scheu zeigten.

Nach dem Talschluss ging es zügig bergauf und am Ende war auch einige Kraxelei angesagt. Die Wolken sorgten für eine mystische Stimmung. Es muss ja nicht immer strahlendblauer Himmel sein. Immerhin regnete es nicht.
An einigen Stellen musste ich schon etwas aufpassen und der Weg war nicht immer sofort zu erkennen. Wenn man sich bei schlechter Sicht versteigt, kann es problematisch werden. Zwei Hinweistafeln auf Todesfälle, von denen ich natürlich nichts Näheres weiß, lassen einen vorsichtig werden. Aber summa summarum ist es keine schwierige Tour, sie erfordert allerdings schon Trittsicherheit.

Am Gipfel tat sich für wenige Sekunden ein Fenster auf und ich konnte hinüber zur Zugspitze schauen. Dann ging es aber ganz schnell und ich befand mich in einer rundum grauen Suppe. Kein einziger Berg war mehr zu sehen.
Normalerweise hat man einen schönen Blick hinüber zur Kreuzspitze und zu den Geierköpfen, zur Scheinbergspitz und etwas weiter zum Daniel (Lermoos), zum Säuling (Reutte/Füssen), zur Kellenspitze (Tannheimer Tal), zur Birkkarspitze (Karwendel) und zum Kramer bei Garmisch-Partenkirchen. Meine App zeigte in weiter Ferne auch den Olperer und den Hohen Riffler an. Aber ich blickte ohnehin nur auf eine graue Wand. So habe ich wenigstens einen Grund, bei schönem Wetter noch einmal auf die Große Klammspitze zu steigen.

Am Gipfel befindet sich ein Grenzstein, wobei ich noch nicht herausgefunden habe, was dieser bedeutet. Denn die Grenze zu Österreich ist 5 km entfernt.

Mangels Sicht hielt ich mich nicht lang am Gipfel auf. Beim Abstieg habe ich mich nach der Brunnenkopfhütte für den schwierigeren Steig entschieden, was aufgrund der feuchten Witterung kein leichtes Unterfangen war. Ich empfehle, den Steig für den Aufstieg bis zur Brunnenkopfhütte und den Forstweg für den Rückweg zu wählen, also die Richtung meiner Komoot-Route einfach umzudrehen.

Nach 5 ½ Stunden erreichte ich ob der abwechslungsreichen Tour wieder höchstzufrieden das Auto.

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