Kreuzspitze (Ammergauer)

Frank Rösner – ZUM NACHREISEN Samstag, 29. Juni 2024 von Frank Rösner – ZUM NACHREISEN

Abwechslungsreiche Tour mit leichter Kletterei

Die Kreuzspitze ist mit 2185 m der zweithöchste Gipfel der Ammergauer Alpen und der höchste im bayerischen Teil. Wegen Steinschlaggefahr durch voraussteigende Bergsteiger empfiehlt es sich, für den Schlussanstieg einen Helm dabeizuhaben.

Ich bin um 5 Uhr vom kostenlosen Parkplatz vor dem Ammersattel an der Straße zum Plansee gestartet, sieben Kilometer nach Linderhof. Frühes Kommen ist wichtig, denn die Parkplätze sind rar. Ich war an diesem Tag das zweite Fahrzeug.

200 Meter nach dem Parkplatz stößt man auf den enorm breiten Schuttstrom des Neualmbaches, der sich gewöhnlich unter den Steinen befindet. Nach rechts ginge es auf die Geierköpfe. Für die Kreuzspitze hält man sich links und überquert das Gries im 45-Grad-Winkel. So stößt man auf den schmalen Pfad 241, der in den Wald führt. Dort soll einmal die Hundinghütte gestanden haben, die König Ludwig II. 1876 errichten ließ. Die Hütte kann heute im Park von Schloss Linderhof besichtigt werden.

In Serpentinen geht es stetig bergauf, erst durch den Hochwald, dann über das Hochgrieskar und schließlich durch Latschenkieferfelder über das Schwarzenköpfel. Gegenüber fällt der Blick auf die Scheinbergspitz. Vom Hochgrieskar ist das Gipfelkreuz der Kreuzspitze erstmals zu erkennen. Angesichts der gewaltigen Steilwände stellt man sich jedoch die Frage, wie man hier überhaupt auf den Gipfel kommen soll. Aber nur die letzten 20 Minuten sind Kraxelei, wobei auch die Hände zum Einsatz kommen. Dabei muss man zwar aufpassen, aber echte Absturzgefahr besteht nicht. Die letzten Meter zum Gipfel sind dann wieder einfach. Die Sektion Peißenberg des DAV hat gute Arbeit geleistet. Ohne die Wegbauer des Alpenvereins wäre der Berg für den Normalbergsteiger kaum zu bewältigen. Das ist mir auf dieser Tour so richtig bewusst geworden.

Nach knapp 3,5 Stunden, wie im Tal ausgeschildert, und gut 1000 Höhenmetern erreichte ich den Gipfel, wo ich mich gut eine Stunde aufhielt.

Den an den Gipfel anschließenden Grat hinüber zum Kreuzspitzl (2089 m), einem Nebengipfel, über den die Grenze zu Österreich verläuft, habe ich nicht gemacht. An dem Grat darf man sich keinen Fehler erlauben und das war mir zu riskant. Ein am Grat erkennbares schwarzes Kreuz erinnert an einen abgestürzten Bergsteiger.

Vom Gipfel der Kreuzspitze blickt man hinüber zur Alpspitze und natürlich zur Zugspitze. Direkt gegenüber liegen im Süden der Frieder und die Friederspitz, die durch ihre hohe Nordwand beeindrucken. Dahinter sind die zwei Erhebungen der Kramerspitz auszumachen.
Im Westen dominieren die benachbarten Geierköpfe. Die Schellschlicht ist meines Erachtens durch das Kreuzspitzl verdeckt.
Im Osten reihen sich Brünstelkopf, Vorderer Felderkopf und Kienjoch aneinander, was mich an meine Überschreitung von Garmisch-Partenkirchen nach Graswang erinnerte. Die Benediktenwand und das Karwendel gehören natürlich auch zum sichtbaren Bereich.
Im Südwesten sind der Daniel (höchster Berg der Ammergauer Alpen) und der Thaneller gut zu sehen. Im Norden reihen sich weitere Ziele der Ammergauer Alpen aneinander: Säuling, Hochplatte, Scheinbergspitz, Große Klammspitze, Teufelstättkopf, Pürschling und Sonnenberggrat.
Weit im Westen sind der Hochvogel und die Tannheimer Berge mit Kellenspitze und Einstein auszumachen.
Meine App signalisierte mir auch den Großvenediger, den Hochfeiler und die Wildspitze, allerdings war die Fernsicht an diesem Tag zu schlecht.
Nicht zuletzt sieht man vom Gipfel den Forggensee, den Eibsee und den Heiterwanger See (Plansee).

Für den Abstieg wählte ich den gleichen Weg. Es gibt aber auch die Möglichkeit über den Fürstenweg und Kuchelbergkopf/Kuchelbergspitze nach Graswang abzusteigen. Die Abzweigung passiert man beim Aufstieg 10 Minuten vor dem Gipfel. Für diesen Rückweg muss man jedoch 4 Stunden einplanen und sollte ein Fahrrad oder zweites Auto in Graswang deponieren, um wieder zurück zum Auto am Ausgangspunkt dieser Tour zu kommen. Ich habe mich deshalb entschieden, den gleichen Weg zurück zum Ausgangspunkt zu gehen. Nach 2 Stunden war ich wieder im Tal.

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