Habicht, 3277 m, und Ilmspitze (Innsbrucker Hütte)

Frank Rösner – ZUM NACHREISEN Dienstag, 5. September 2023 von Frank Rösner – ZUM NACHREISEN

Zwei herausragende Touren via Innsbrucker Hütte

Der 3277 m hohe Habicht ist einer der markantesten Gipfel der Stubaier Alpen und einer der Seven Summits Stubai. Bevor die Berge vermessen wurden, hielten viele den Habicht aufgrund seiner Exponiertheit für den höchsten Berg Tirols. Der Name Habicht hat nichts mit dem Vogel zu tun, vielmehr leitet es sich von Hoager ab, wie auch die Bergmahd bezeichnet wird. 

Ausgangspunkt für die Besteigung ist die Innsbrucker Hütte. Ein weiteres Ziel von der Hütte ist der abwechslungsreiche Klettersteig auf die Ilmspitze. 

Für beide Gipfel sollte je ein Tag eingeplant werden. Ich empfehle deshalb zwei Übernachtungen auf der Innsbrucker Hütte. 

Die Ausfahrt Matrei an der Brenner-Autobahn führt ins Gschnitztal. Nach dem Ort Gschnitz befindet sich rechts ein kostenfreier Parkplatz, im Unterschied zum großen Touristen-Parkplatz ein paar Kilometer weiter am Talende. 

Von beiden Parkplätze führen Steige zur Innsbrucker Hütte, diese nehmen jeweils etwa 3 Stunden in Anspruch. So kann man Vormittags anreisen und am Nachmittag zur Hütte hochwandern. Dabei fällt der Blick auf den Gschnitzer Tribulaun und den Pflerscher Tribulaun. Am Pinnisjoch auf 2370 m, kurz vor der Hütte, steht das Zwei-Täler-Bankerl, genau zwischen Stubaital und Gschnitztal. Ich habe am Anreisetag noch eine dreistündige Check-Wanderung auf die benachbarte Kalkwand und zum Einstieg des Ilmspitze-Klettersteigs unternommen. Der Gipfel des Habicht ist von der Innsbrucker Hütte nicht zu sehen, lediglich ein vorgelagerten Berg. Von der Innsbrucker Hütte sind es zum kleinen Alfaier See unterhalb des Habichts außerdem nur 20 Minuten. 

Am zweiten Tag stehen der Habicht und der Klettersteig auf die Ilmspitze zur Wahl. Bei ungeeignetem Wetter kommt zur Not die einfache Kalkwand in Erwägung. 

Ich empfehle den Habicht nur bei bestem Wetter zu machen. Bei schlechter Sicht ist die Orientierung schwierig und man kann sich durchaus versteigen. Das größte Risiko besteht darin, sich den Fuß zu verstauchen oder schlimmer. Ich vermute, dass das häufiger passiert und die Bergwacht viel zu tun hat. Denn der Habicht ist schon eine enorme Hatscherei und Kraxelei über Felsen. Bei meinem Aufenthalt brach sich eine Wanderin die Schulter (soweit ich gehört habe) und es dauerte Stunden, bis sie von der Bergwacht heruntergebracht werden konnte. Denn am Ankunftstag war der Berg in Wolken gehüllt und der Hubschrauber konnte nur an der Hütte landen.

Der Habicht erfordert 3 Stunden Kletterei meist über kleine und große Felsblöcke, nicht schwierig, aber anstrengend. Nicht selten muss man die Hände zu Hilfe nehmen. Wenige schwierigere Stellen sind mit Drahtseilen versehen. Wege sind Mangelware. Bisweilen suchte ich nach den roten Punkten. Der Abstieg dauerte auch fast 3 Stunden, denn jeder Schritt erfordert Konzentration.

Auf dem Gipfel blieb ich 90 Minuten und genoss den Rundumblick. Vom Habicht reicht der Blick zu den Dolomiten mit Monte Christallo, Langkofel und Rosengarten im Süden, zur Wildspitze und Weißkugel im Westen, zum Olperer und Hochfeiler im Osten und auf das Karwendel und die Zugspitze im Norden. In der Ferne waren auch der Piz Bernina, der Hochkönig und der Großvenediger schwach auszumachen.

Für den nächsten Tag empfiehlt sich der Klettersteig auf die Ilmspitze. Die senkrechte Wand und die Bergspitze flößen Respekt ein. Der abwechslungsreiche Klettersteig ist aber zwar nichts für Anfänger, für geübte Klettersteiger jedoch problemlos machbar. Ich würde sagen Schwierigkeitsgrad C mit leichtem D. Der lange Abstieg über Geröll ist zum Teil mit Bergsteigerseilen statt Ketten versichert. Mit einer Stunde Anmarsch zum Einstieg müssen auch hier mindestens 6 Stunden eingeplant werden. Am interessantesten fand ich den Spreizschritt über einen tiefen Felsspalt. 

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