E. Wohnmobil-Camping in den USA

Du bist hier: Wohnmobil-Camping in den USA der Reisebeschreibung „Rundreise USA SÜDWESTEN“

Typisches amerikanisches Wohnmobil vom Hersteller Fleetwood RV

Auch wenn du das Wohnmobil erst zu Beginn der zweiten Reisewoche übernimmst, ist es für die Fahrzeugmiete und die Reiseplanung dennoch wichtig, über einige Punkte bereits jetzt Bescheid zu wissen. Deshalb handle ich hier gleich alles ab, was mir im Zusammenhang mit dem Camping beziehungsweise Wohnmobil wichtig erscheint.

Zunächst einmal heißen die Campingplätze in den USA campgrounds und es ist zu unterscheiden zwischen campgrounds mit full hook-up, hook-up und Stellplätzen ohne jeglichen Service. Der Begriff hook-up bedeutet, dass Anschlüsse für Strom und Frischwasser vorhanden sind. Bei full hook-up können zusätzlich das Schwarzwasser (Toilette) und das Grauwasser (Abwasser) mittels Schlauch an die Kanalisation angeschlossen werden, wodurch das Wohnmobil wie eine Wohnung genutzt werden kann. Durch den Wasseranschluss ist immer genug Wasser zum Duschen vorhanden und Abwasser und Kanal müssen nicht gesondert entsorgt werden. Der Schlauch für das Schwarzwasser befindet sich gewöhnlich in der hinteren Stoßstange des Wohnmobils. Ohne full hook-up erfolgt die Entsorgung am Campingplatz über sogenannte dump stations. Nach einer wilden Übernachtung in der freien Natur oder auf einem Supermarkt-Parkplatz findet man auch an Tankstellen gelegentlich eine Entsorgungsstation. Das Schwarzwasser wird immer zuerst entsorgt, mit dem Grauwasser wird der Schlauch nachgespült.

Über folgende Punkte musst du dir erst bei der Übernahme des Wohnmobils in Las Vegas Gedanken machen und nicht bereits bei der Buchung: Da wäre zum einen die Frage, ob du einen Grill mieten oder gar kaufen möchtest. Ich halte weder das eine noch das andere für erforderlich. Denn fast immer stehen auf den Campingplätzen Grills zur Verfügung, entweder pro Stellplatz oder in unmittelbarer Nähe. Sinnvoll sind jedoch Grillschalen für das Grillgut, damit du das Fleisch nicht direkt auf den Rost legen musst. Vermutlich wirst du auch nicht so oft grillen, weil dir entweder die Zeit oder die Muße fehlen, wenn du nach einem aufregenden, aber gleichwohl anstrengenden Tag, den Campingplatz erreichst.

Ich empfehle jedoch unbedingt, einen Campingtisch und Stühle für alle Mitfahrer zu mieten, was gewöhnlich ebenfalls erst vor Ort bei der Wohnmobilübernahme passiert. Denn nur einige Campingplätze verfügen über feste Sitzgelegenheiten an jedem Stellplatz. Möglicherweise möchtest du zum Frühstück oder Abendessen nicht auf eine gemütliche Sitzgelegenheit im Freien verzichten.

Schließlich verfügen amerikanische Wohnmobile grundsätzlich über einen Stromgenerator. Dieser versorgt dich auch außerhalb eines Campingplatzes mit Strom, insbesondere für den Betrieb der Klimaanlage, allerdings muss das gesondert bezahlt werden. Die Wohnmobilvermieter bieten hier Pauschalen für die unbegrenzte Nutzung (zum Beispiel 5 Dollar pro Tag) oder nutzungsdauerabhängige Tarife (beispielsweise 3 Dollar pro Stunde) an. 21 Tage kosten also pauschal 105 Dollar, was 35 Stunden á 3 Dollar entspricht. Mir ist es trotz größter Hitze nicht gelungen, so viel Generatorzeit zusammenzubekommen. Deshalb empfehle ich die Buchung des Zeittarifs.

Im Übrigen ist es erlaubt, zum Beispiel in den national forests (Landesforstgebiete), im Abstand von einer Viertelmeile zu Campingplätzen gebührenfrei zu übernachten (dispersed camping), sofern es nicht ausdrücklich untersagt ist. Hier ist es einfach wichtig, vernünftigen Menschenverstand walten zu lassen und sich umweltgerecht zu verhalten. Wie heißt es so schön: Take only pictures and leave only footprints (Mache nur Fotos und hinterlasse ausschließlich Fußabdrücke). Wenn du das beherzigst, wird nichts schiefgehen – Fragen kostet schließlich auch nichts. Grundstückseigentum (private property) muss unbedingt respektiert werden. Auch wenn es reizvoll erscheint, sollte man grundsätzlich nicht zu wenig Abstand von Gewässern halten, damit eine eventuelle Verunreinigung derselben durch das Fahrzeug ausgeschlossen werden kann.

Wenn man spät ankommt, nur noch schlafen möchte und die landschaftliche Umgebung unwichtig ist, tut es auch erlaubtes overnight parking (Übernachtparken) auf einem großen Supermarkt-Parkplatz, insbesondere bei WalMart. Dort ist man mit seinem Wohnmobil zudem meistens nicht allein, was auch eine Frage der Sicherheit darstellt.

Über die Art der Campingplätze, ob privat, staatlich, NF (National Forest) oder KOA (Kampgrounds of America, eine Campingplatzkette), habe ich mir wenig Gedanken gemacht und bin trotzdem immer gut gefahren. Letztlich wird die Auswahl der Campingplätze durch die gewählte Route ohnehin eingeschränkt und ist den jeweiligen Reisezielen untergeordnet. Wenn du tagsüber schon viele Meilen gefahren bist, hast du abends möglicherweise keine Lust mehr, noch übermäßig lange herumzufahren, um eine noch bessere oder günstigere Übernachtungsmöglichkeit zu suchen. Das geht nur zulasten der Urlaubszeit und der Entspannung. Ich empfehle deshalb, den nächstbesten Campingplatz zu wählen. Dieser Reiseführer nimmt dir die Entscheidung über die jeweiligen Übernachtungsplätze ohnehin weitestgehend ab, so dass sich diese Frage nur ausnahmsweise stellt.

Noch etwas zur Bezahlung auf den Campingplätzen: Auf privaten Plätzen ist regelmäßig Personal vor Ort, spätestens am nächsten Morgen. Bei staatlichen Campingplätzen findet man häufig Selbstregistrierungssysteme (self-registration) vor. Das bedeutet, man steckt das Geld in ein bereitliegendes Couvert, beschriftet dieses mit dem Namen und der Stellplatznummer und wirft es in einen gesicherten Briefkasten. Hierfür ist also etwas Bargeld unverzichtbar. Die Preise unterscheiden sich je nach Komfort, die Spanne reicht von kostenfrei bis weit über 40 Dollar pro Nacht.

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