Sattelberg, Brenner Grenzkamm

Frank Rösner – ZUM NACHREISEN Samstag, 13. Januar 2024 von Frank Rösner – ZUM NACHREISEN

Pistentour ohne Piste

Der Sattelberg liegt direkt auf der Grenze zwischen Österreich und Italien am Brenner Grenzkamm. Den Gipfel kannte ich bereits von meiner Mountainbike-Tour über den Brenner-Grenzkamm. Der Sattelberg war dabei der letzte Gipfel, bevor ich hinunter zum Brenner-Bahnhof fuhr.

Jetzt wollte ich mit Ski auf den Sattelberg. Dazu muss man wissen, dass die Skilifte am Sattelberg zuletzt 2006 liefen und danach abgebaut wurden. Das Skigebiet war nicht mehr rentabel. Heute bietet sich die ehemalige Skipiste deshalb für eine Skitour an. Und es ist eine beliebte Route. Allein ist man dort nie.
Für die Sattelbergalm auf halbem Weg zum Gipfel war der Wegfall des Skigebiets zunächst ein Problem. Wie ich feststellen konnte, ist die Alm heute jedoch gut frequentiert. Dort treffen sich nicht nur Skitourengeher, sondern auch Schneeschuhgeher, Schlittenfahrer und Wanderer sowieso.

Startpunkt ist am Parkplatz P1 in Gries am Brenner auf circa 1200 m. Dorthin gelangt man, indem man von Gries Richtung Vinaders ins Obernberger Tal fährt. Die Zufahrt zum Parkplatz befindet sich unter der Unterführung der Brenner-Autobahn auf der linken Seite (GPS 47.034708, 11.476626). Die Tageskarte kostet 4 Euro, 5 Stunden kosten 3 Euro. Auch mit gemütlicher Einkehr bei der Sattelbergalm kommt man mit 5 Stunden gut hin. Ich habe sogar viel Zeit auf dem Gipfel verbracht.

Der Weg auf den Sattelberg ist auch ohne GPS-Track leicht zu finden. Verlaufen ist unmöglich – einfach der ehemaligen Piste folgen. Diese ist durch die vielen Skifahrer beinahe präpariert, außerdem wird die Strecke bis unter den Gipfel vom Hüttenwirt gewalzt, um es den weniger guten Skifahrern leichter zu machen, den Weg zur Sattelbergalm zu finden. Das ist eine feine Sache. Nur nach Neuschnee wird nicht gewalzt, damit auch die Tiefschneefahrer ihren Genuss haben. Da muss ich also noch einmal hin, obwohl ich kein guter Tiefschneefahrer bin. Dort kann man es aber gut lernen.

Beim Aufstieg lässt man die Sattelbergalm (1633 m) auf halber Strecke zunächst links liegen. An der Alm zweigt die Aufstiegsroute nach rechts ab. Das Gipfelkreuz ist von der Sattelbergalm schon zu sehen, allerdings wird es jetzt steiler. Bis zum Gipfel auf 2115 m benötigte ich für die insgesamt circa 900 Höhenmeter gemütliche zweieinviertel Stunden.

Vom Gipfel reicht der Blick zum Olperer (3476 m) im Osten, zum Kreuzjoch und Hoher Lorenzenberg am Brenner Grenzkamm im Süden, zum Pflerscher Tribulaun (3097 m), Habicht (3277 m, war ich schon oben) und zur Ilmspitze (2692 m, Klettersteig habe ich schon gemacht) im Westen sowie zum Serles (2717 m) in Norden, außerdem bis Innsbruck und zur Nordkette.
Etwas oberhalb des Gipfelkreuzes finden sich zwei Grenzsteine, die die Grenze zwischen Österreich und Italien markieren. Ein wenig unterhalb des Gipfels am Brenner-Grenzkamm-Weg spitzt eine Befestigungsanlage aus dem Schnee. Diese Gebäude wurden ab 1930 entlang des Grenzkamms errichtet, auch um das Geschäft der Schmuggler einzudämmen.

Auf dem Rückweg bin ich in der Sattelbergalm eingekehrt und habe mir die obligatorische Kaspressknödelsuppe und einen Apfelstrudel mit Vanillesauce gegönnt. Die Kaspressknödelsuppe war mit die beste, die ich je gegessen habe. Und bei Kaspressknödel bin ich mittlerweile Experte! :-)
Auf der Sattelbergalm ist man überhaupt sehr um die Gäste bemüht. Ich hatte am Vortag angerufen und mich nach den Bedingungen erkundigt. Meine Fragen wurden freundlich beantwortet und man hat sich Zeit für mich genommen. Finde ich toll, denn das ist ja nicht immer so, wenn man irgendwo anruft und nachfragt.

Fazit: Der Sattelberg ist eine einfache Tour, die aber in keinem Skitouren-Logbuch fehlen sollte. Dazu wird eine schöne Einkehr auf der Sattelbergalm geboten. Es müsste mehr solche aufgelassenen Skigebiete für Skitourengeher geben.

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