Monte Elmo, Sexten

Frank Rösner – ZUM NACHREISEN Dienstag, 2. Januar 2024 von Frank Rösner – ZUM NACHREISEN

Skitour auf den Monte Elmo (Helm), Sexten

Von Sexten führt die Helmjet-Gondelbahn ins Skigebiet unterhalb des Helm (it. Monte Elmo). Bei meiner geplanten Skitour wusste ich anfangs nur, dass ich abseits der Piste in Ruhe aufsteigen wollte. Wie weit es gehen sollte, wollte ich von den Verhältnissen vor Ort abhängig machen.

Im Skiverleih empfahl man mir, rechts von der Talstation entlang von Höfen durch den Wald aufzusteigen, Richtung Negerdorf (ja, so heißt das tatsächlich). Ich habe mir also einfach einen Weg gesucht.

Das erste Ziel sollte die Helmhanghütte sein. An dieser bin ich dann aber knapp vorbeigestiegen. Unterwegs fiel der Blick immer wieder auf die Sextener Dolomiten und das Fischleintal, das zu den Drei Zinnen führt. Die Drei Zinnen waren jedoch nicht zu sehen. Diese werden von der Dreischusterspitze verdeckt. Zu sehen sind jedoch die Gipfel der Sextener Sonnenuhr. Am Stand der Sonne über den Gipfeln lässt sich die Zeit ablesen, soviel zum Hintergrund.

Etwas weiter traf ich auf die Talstation der Stiergartenbahn. Dort wurde mir gesagt, dass es zunächst ein Stück rechts der Piste weitergeht. Bald verabschiedete sich der Weg aber von der Skipiste und der lange Steig führte stetig und oft senkrecht bergauf. An der Abzweigung zur Lärchenhütte ging ich geradeaus weiter. Irgendwann erreichte ich dann die größte Höhe des Skigebiets, das über einen Ziehweg erreichbar gewesen wäre.

Mich hatte jedoch der Ehrgeiz gepackt und ich wollte jetzt auf den Gipfel des Monte Elmo. Die letzte halbe Stunde führte der Steig über schneeverwehtes Gelände und man musste schon etwas aufpassen, nicht abzurutschen. Der Wind blies kräftig und es zog durch meine verschwitzte Tourenjacke.

Einige hundert Meter vor mir entdeckte ich fünf Tourengeher, die waren am Gipfel aber verschwunden und bereits abgefahren, wobei ich mir zunächst nicht erklären konnte, welche Abfahrt sie gewählt haben.

Der Gipfel des Monte Elmo liegt auf der Grenze zu Osttirol. Hier wütete der Gebirgskampf im 1. Weltkrieg. Unterhalb des Gipfels erinnert ein Militärbau daran.

Die Helmhütte auf dem Gipfel, eine verfallene Grenzhütte auf 2434 m, war verschlossen. Ich suchte Schutz im Windschatten des Gebäudes und wechselte die Kleidung für die Abfahrt. Für die Panoramatafeln hatte ich keine Muße. Dafür war es zu kalt und zu windig. Mein Plan war, aus Sicherheitsgründen, den gleichen Weg zurück zum Ziehweg abzusteigen, um ins Skigebiet zu gelangen. Das wäre schwierig genug gewesen, abwärts ist es bekanntlich schwieriger als bergauf.

Da tauchte plötzlich doch noch ein weiterer Tourengeher am Gipfel auf und der kannte die Örtlichkeit. Er wusste, dass der unberührte Hang im Osten fahrbar war und auch auf den Ziehweg zum Skigebiet führt. Lawinengefahr herrschte keine und so kam ich unerwartet in den Genuss einer zwar kurzen, aber von den Konditionen her perfekten Tiefschneeabfahrt.

Gleich nach dem Ziehweg erreichten wir das Skigebiet an der Hahnspielhütte, wo wir erst einmal einkehrten. Es stellte sich heraus, dass Andi Kulturhistoriker ist und schon zahlreiche Bücher verfasst hat. So hatten wir ein ausgiebiges Gesprächsthema.

Schließlich fuhren wir die Piste hinunter nach Sexten. Jetzt lagen die Lärchenhütte und die Helmhanghütte auf dem Weg.

Fazit: Eine unerwartet spannende Tour

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