Lampsenspitze, Praxmar

Frank Rösner – ZUM NACHREISEN Sonntag, 4. Februar 2024 von Frank Rösner – ZUM NACHREISEN

Unverhofft kommt oft

„Praxmar geht immer“ habe ich mir sagen lassen, „auch in einem schneearmen Winter“. Kein Wunder, liegt der Ausgangspunkt der Tour doch im hinteren Lüsenertal auf circa 1750 Meter Höhe.

Wie so oft bin ich früh losgefahren, ohne genau zu wissen, was das Ziel sein wird. Wegen des Schneemangels hatte ich auch Wanderausrüstung dabei. Bei der Fahrt über den Zirler Berg konnte ich ausmachen, dass im Bereich Sellrain/Kühtai offenbar das beste Wetter herrschte.

Sellrain und das Lüsenertal kannte ich bereits von meiner Mountainbike-Tour über den Mieminger Berg, Ochsengarten und Kühtai. Auch hatte ich im Hinterkopf, dass „Praxmar immer geht“. In Praxmar war der Parkplatz jedoch überfüllt. Also fuhr ich ins hintere Lüsenertal zum Parkplatz Moos auf circa 1650 Meter Höhe, wo hauptsächlich Langläufer unterwegs waren. Von dort waren es nur 10 Minuten bergauf nach Praxmar zum Start des Skitourenlehrpfads.

Die Tour führt zunächst recht lang über die präparierte Rodelbahn bergauf. Das ist wirklich angenehm und ich hatte zunächst auch nicht vor weiter zu gehen, zumal ich keine Lawinenausrüstung dabei hatte und alleine unterwegs war.

Am Ende der erstaunlich langen Rodelbahn auf ca. 2200 Meter Höhe entschloss ich mich, der Tour Richtung Lampsenspitze so lange zu folgen, wie es ohne Lawinenrisiko möglich war. Es herrschte Lawinenstufe 1, die Hänge entlang der Tour sind nicht besonders steil und der Schnee war sehr fest, zumeist auch festgefahren. Denn auf dieser Tour sind viele Tourengeher unterwegs.

Und so hangelte ich mich von Hang zu Hang bergauf, bis ich am Ende nach insgesamt 4,5 Stunden unerwarteterweise am Joch neben der Lampsenspitze (2876 m) gelandet bin (Skidepot auf 2771 m?).

Inzwischen war es 15:15 Uhr und außer mir waren nur noch drei Tourengeher am Joch. Die wenigen anderen Skitourengeher, die ich zuletzt gesehen hatte, sind offenbar nicht bis zum Gipfel gegangen und vorher umgekehrt. Ich habe mich deshalb entschlossen, die wenigen Meter bis zum Gipfelkreuz in Sichtweite nicht mit Skischuhen hinaufzuklettern. Das Klettern mit Skischuhen mag ich ohnehin nicht. Für die Zukunft packe ich mir ein paar Kletterschuhe ein. Bis ich zurückgekommen wäre, wären die anderen drei Tourengeher auch weg gewesen und ich wäre der letzte am Berg gewesen. Das muss nicht sein, zumal der Wind recht kräftig blies.

Deshalb bin ich zusammen mit den Anderen abgefahren. Bei der Abfahrt sind wir allerdings ein Stück zu weit nach links geraten und mussten erst den Weg zurück zur Rodelbahn finden. Das war aber kein Problem. Denn eigentlich war bei den aktuellen Schneeverhältnissen der ganze Berg für die Abfahrt geeignet. Der Schnee war allerdings recht harsch und so war ich froh, am Ende die Rodelbahn nutzen zu können.

Fazit: Eine herrliche Skitour, mit der ich am Morgen überhaupt nicht gerechnet hatte. Unverhofft kommt eben oft.

Heimwärts bin ich über Kühtai, Ochsengarten und den Mieminger Berg gefahren, jene Strecke, die ich seinerzeit mit dem Mountainbike in umgekehrter Richtung gefahren bin. Ich konnte kaum glauben, dass ich das 2021 bergauf gefahren bin. Das war aber auch meine bisher härteste Mountainbike-Tour.

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