Haunold, Südtirol

Frank Rösner – ZUM NACHREISEN Montag, 1. Januar 2024 von Frank Rösner – ZUM NACHREISEN

Kleine Skitour in Haunolds Alpenreich

“Wo König Ortler seine Stirn hoch in die Lüfte streckt,
bis zu des Haunolds Alpenreich, das tausend Blumen deckt”,
so heißt es im Bozener Bergsteigermarsch oder Bozener Bergsteiger-Lied, auch bekannt als Südtiroler Heimatlied, die inoffizielle Hymne der Südtiroler.

Und so habe ich mich zum Haunold (it. Baranci) begeben, ganz im Osten von Südtirol, um des Riesen Haunolds Reich kennenzulernen. Am Skigebiet Haunold (Monte Baranci) in Innichen (1175 m) gibt es einen kostenpflichtigen Parkplatz, jedenfalls wenn man kein Skiticket kauft.

Der Forstweg durch den Wald zur 1500 m hoch gelegenen Bergstation mit der Riese Haunold Hütte beginnt ein paar hundert Meter nach der Talstation in östlicher Richtung. Vom Parkplatz geht man an der Talstation vorbei, dann nach links über eine Brücke und nach der Brücke rechts den Haunoldweg entlang des Bachs und der Sextener Straße (SS52). Beim Parkhotel Sole Paradiso überquert man auf einer Brücke den Bach und dann die SS52. Wenige Meter zurück steht ein verfallenes, rotes Haus mit der Aufschrift SSN52 Carni A K 124. Dort beginnt der Forstweg über die Jora Hütte, wo der Waldweg die Skipiste fast erreicht, zur Bergstation. Es war nicht ganz einfach, im Wald den Weg zu finden. Ich habe immer mal in Komoot nachgeschaut, wo ich mich gerade befinde, um das Ziel „Bergstation“ und „Riese Haunold Hütte“ anzusteuern. Aber dort führen alle Waldwege nach oben und zur Riese Haunold Hütte.

Trotz der Schneearmut war die Forststraße gut mit Schnee bedeckt. Anderen Tourengehern begegnete ich nicht. Die Tour ist mit 325 Höhenmetern wohl zu einfach. Bis zur Riese Haunold Hütte benötigte ich nur gut eine Stunde, eher weil ich mich immer wieder orientieren musste.

An der Riese Haunold Hütte angekommen fiel der Blick auf die herrlichen Bergspitzen der Haunold-Gruppe mit der höchsten Erhebung, dem 2966 m hohen Haunold-Hauptgipfel (Rocca dei Baranci). Die Drei Zinnen freilich sieht man von hier nicht, sie werden vom Haunold verdeckt.

Die Riese Haunold Hütte (Rifugio Gigante Baranci) ist wirklich urig und eine Einkehr wert. Ich war nur zu spät dran und musste mich deshalb gleich an die kurze Abfahrt nach Innichen machen. Es dämmerte schon. Aber das Skigebiet ist nicht gerade riesig und in wenigen Minuten war ich im Tal. Nach einer längeren Sportpause war es aber die richtige Eingewöhnungstour.

Das Parkticket kostete für die knapp drei Stunden 6 Euro. Erstaunlich, dass die Schranke bei der Ausfahrt automatisch öffnete. Offenbar wird bei der Einfahrt das Kennzeichen gescannt und wenn die Parkgebühr bezahlt wurde, öffnet sich die Schranke ohne Zutun.

So, jetzt habe ich zumindest einen ersten Eindruck vom Haunold gewonnen und verstehe das Bozener Bergsteiger-Lied besser. Ich werde wiederkommen, wenn im Sommer “tausend Blumen des Haunolds Alpenreich decken”. Meine Lieblingsversion des Bozener Bergsteiger-Lieds ist übrigens von den Kastelruther Spatzen.

Für das Abendessen empfehle ich die Alte Säge kurz vor Sexten an der SS52. Die Pizzen sind hervorragend und das Lokal ist sehr gemütlich eingerichtet.

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