Karwendel-Durchquerung

Frank Rösner – ZUM NACHREISEN Montag, 25. September 2023 von Frank Rösner – ZUM NACHREISEN

Von Scharnitz an den Achensee

Für diese Tour empfehle ich drei Tage einzuplanen.

Tag 1: Anreise nach Scharnitz und Fahrt zum Karwendelhaus
Tag 2: Übernachtung an der Eng Alm
Tag 3: Weiterfahrt zum Achensee und nach Jenbach, Heimreise
Die Übernachtungen im Karwendelhaus und an der Eng Alm müssen unbedingt vorgebucht werden.

In Scharnitz zweigen zwei Karwendeltäler ab, zum einen der Weg zum Isar-Ursprung, zum anderen die Auffahrt zum Karwendelhaus. Bis zum Karwendelhaus benötigt man mit dem Mountainbike etwa zweieinhalb Stunden. Es reicht also, zur Mittagszeit loszufahren. Der Vormittag steht für die Anreise zur Verfügung. Der Forstweg zum Karwendelhaus ist durchgängig befahrbar, allenfalls aus Bequemlichkeit habe ich mal kurz geschoben. 

Das Karwendelhaus ist gut geführt und gemütlich, das Essen gutbürgerlich. Begeistert hat mich die abendliche Ansprache des Hüttenwirts mit der Wettervorhersage. Für jede mögliche Tour gab er Empfehlungen ab, von abratend bis „save“. Danach ging er noch von Tisch zu Tisch und stand für Fragen zur Verfügung. Toller Service. 

Das Frühstück am nächsten Morgen war reichlich. Vier Scheiben Brot schafften die Wenigsten. Ich empfehle den großen Teller mit Speck und drei Eiern. Nach dem Frühstück habe ich zunächst die eineinhalbstündige Wanderung auf das Hochalmkreuz (2192 m) unternommen. Das ging bei Trockenheit sogar mit Turnschuhen, die ich für längere Schiebe- und Tragepassagen immer dabei habe, um die Klickschuhe zu schonen. Einige Kletterstellen waren mit Stahlseilen versehen. Wer aufs Wandern keine Lust hat, kann länger frühstücken und setzt seine Mountainbike-Tour gleich fort.

Über den Hochalmsattel hinter dem Karwendelhaus geht es hinunter zum kleinen Ahornboden. Der Hochalmsattel bildet die Wasserscheide zwischen Karwendelbach und Johannesbach/Rißbach. Die Abfahrt und überhaupt die Strecke im weiteren Verlauf ist ziemlich ruppig. Der grobe Schotter gehört zum wilden Karwendel. Beim Blick zurück ragt die Birkkarspitze hervor, der höchste Karwendelgipfel. 

Die Auffahrt zur Falkenhütte wird zunehmend steiler. Nach der urigen Ladizalm blieb es nicht aus, dass ich auch mal schieben musste. Bis zur Falkenhütte ist aber alles Forstweg. Nur wenn Steilheit und gröberer Schotter zusammenkommen, wird es halt nicht einfacher. Nach zweieinhalb Stunden erreichte ich die Falkenhütte mit herrlichem Blick auf die steil aufragenden Laliderer Wände

Von der Falkenhütte darf man nicht direkt zur Eng Alm fahren. Der Weg würde über den im Osten sichtbaren Hohljoch-Sattel führen und der folgende Steig zur Eng Alm ist für Mountainbiker unter Strafe verboten. wie mir auf der Falkenhütte mitgeteilt wurde. Das steht seltsamerweise allerdings auf keinem Schild. Der Steig hinunter zur Eng Alm würde aber – Verbot hin oder her – ohnehin keinen Sinn machen. Das ist ein reiner Wandersteig. Ich habe den Steig ein paar Tage später bei einer Wanderung von der Eng Alm zur Falkenhütte abgecheckt. In diese Richtung, also an der Eng Alm, ist ein Verbotsschild angebracht.

Um zur Eng Alm zu kommen, muss man also durch das Laliderer Tal nach Norden und dann auf der Straße zur Eng Alm wieder nach Süden außen herum fahren. Einige Mountainbiker haben ihr Bike nach der Falkenhütte über den Steig unterhalb der Felswände entlanggeschoben und sind dann den Zick-Zack-Weg nach links zur Lalidersalm und ins Laliderer Tal abgefahren. Das scheint noch erlaubt zu sein. Wie auf der Falkenhütte empfohlen, habe ich stattdessen den direkten Steig hinunter zur Lalidersalm ins Laliderer Tal genommen. Auch das bedeutete zunächst eine halbe Stunde Schieben und Tragen. Aber wenigstens bergab.

Auf dem Forstweg ging es dann entlang des Laliderer Bachs schier endlos bergab. Die Karwendeltäler sind einfach sehr lang. Zu Fuß ist das eine Riesenhatscherei. Deshalb ist das Gebiet für Mountainbiker prädestiniert. Ich wählte die Abzweigung Richtung Eng. Bis zur Teerstraße geht es noch über einen kleinen Buckel. Auf der Teerstraße (Maut für Pkw) fuhr ich die 6,5 Kilometer durch das Naturdenkmal Großer Ahornboden mit seiner für die Alpen ungewöhnlichen Ansammlung von Ahornbäumen bis zur Eng Alm am Tal-Ende. Die Eng Alm ist ein wunderschönes Almdorf und erweckt den Eindruck eines Freilichtmuseums. Ist es aber nicht. Das Almdorf ist bewohnt und es gibt auch Übernachtungsmöglichkeiten. Im Bauernladen ließ ich mir meine Trinkflasche mit frischer Buttermilch füllen. Übernachtet habe ich in der Angererhütte.

Von der Eng Alm gibt es zwei Möglichkeiten, ins Inntal zu gelangen, um von Jenbach zurückzureisen oder eine Alpenüberquerung im Zillertal fortzusetzen. Der Weg über die Binsalm und das Lamsenjoch zur Lamsenhütte ist allerdings schwierig und entsprechend schwarz ausgeschildert. Davon habe ich mich bei einer späteren Wanderung überzeugt. Ab der Lamsenhütte führt die Forststraße dann hinunter nach Schwaz ins Inntal.

Meine Mountainbike-Tour habe ich dagegen über das Plumsjoch fortgesetzt. Die Abzweigung zur Plumsjoch-Hütte liegt 4 km nördlich der Eng Alm vor dem Großen Ahornboden. Die Forststraße zum Plumsjoch ist einfach und durchgängig fahrbar. Vom Plumsjoch-Sattel habe ich noch eine kleine Wanderung auf den Plumsjoch-Gipfel, 1920 m, unternommen. Dafür benötigte ich etwa 1,5 Stunden. Unterwegs ist bereits der Achensee sichtbar.

Vom Plumsjoch-Sattel geht es dann über die Gern Alm bis Pertisau am Achensee nur noch bergab. Hinunter zum Bahnhof nach Jenbach sind es dann auch nur noch 45 Minuten, weitestgehend bergab.

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