Besonderheiten beim Restaurantbesuch

Wenn du ein amerikanisches Restaurant betrittst, triffst du häufig auf ein Schild mit der Aufschrift »Wait to be seated«. Man soll also warten, bis einem ein Tisch zugewiesen wird. Das gilt zwar nicht bei McDonalds, wo keine Bedienung am Tisch erfolgt, aber zum Beispiel bei IHOP (International House of Pancakes) und vielen anderen Restaurants ohne Selbstbedienung. Aber auch wenn du das Schild nicht siehst, ist Zurückhaltung angesagt und du solltest erst einmal warten, bis ein Servicemitarbeiter kommt und nach der Anzahl der Personen fragt.

Da Amerikaner durchschnittlich viel häufiger auswärts essen gehen als zum Beispiel Deutsche, sind die Restaurants oft gut besucht. Es kann zu Wartezeiten kommen, welche man geduldig im Eingangsbereich oder an der Bar verbringt.

Die Bedienungen in amerikanischen Restaurants sind zumeist sehr freundlich und stellen sich mit Vornamen vor. Fast immer bekommst du als Erstes ein großes und kostenloses Glas mit Eiswasser serviert. Das Wasser hat jedoch meistens einen starken Chlorgeschmack und ist für europäische Gaumen meines Erachtens ungenießbar. Wenn ich es nicht vergesse, sage ich auch gleich: »No water, please«. Wenn man zu viert ist, können sonst unnötigerweise vier randvoll gefüllte Wasserpötte auf dem Tisch stehen.

Auch die bestellten Getränke werden grundsätzlich mit vielen Eiswürfeln versehen – manchmal sogar Bier – was zulasten der Füllmenge geht. »No ice, please«, gehört deshalb zu meinen regelmäßigen Bitten. Kalt sind die Getränke ohnehin. Manchmal kann man auch kostenlos nachschenken lassen (free refill), nur weiß man das als durchreisender Urlauber oftmals nicht. Vorheriges Nachfragen kann also sinnvoll sein.

Die Preise auf der Speisekarte sind ohne Umsatzsteuer, wie man es auch aus dem Supermarkt kennt. Eigentlich ist das eine gute Lösung, weil dem Kunden dadurch der wirkliche Preis mitgeteilt wird. In Deutschland heißt es oft: »Das ist ja teuer«. Dass der Unternehmer aber 19% Umsatzsteuer abführen muss, man also fast ein Fünftel gedanklich abziehen müsste, wird oft nicht bedacht. Speisekarte heißt übrigens im Englischen »menu« (gesprochen: »menju«). Das deutsche Menü wiederum wird übersetzt mit »meal«. Wer kennt es nicht, das »Happy Meal« von McDonalds?

Bitte bedenke, dass die Portionen gewöhnlich sehr groß sind und zwei Portionen für zwei Erwachsene und zumeist auch noch für zwei Kinder reichen. Noch heute erinnere ich mich an meinen ersten Besuch bei IHOP gleich um die Ecke am Flughafen von Miami/FL. Meine Bestellung in gewohnt deutscher Manier war viel zu umfangreich. Zum Glück ist es in den USA üblich, sich das übrig gebliebene Essen in sogenannte Doggy Bags einpacken zu lassen. Das ist am Anfang zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber habe dabei nur keine Hemmungen! Eine andere Möglichkeit ist diese: Bestelle einfach anfangs weniger und ordere bei Bedarf nach. So habe ich es mir angewöhnt.

Wenn du nicht möchtest, dass man dich als Tourist erkennt, solltest du es den Amerikanern gleich tun, dein Fleisch zuerst in kleine Stücke schneiden und dann nur mit der Gabel essen. Angeblich handelt es sich dabei um ein Relikt aus dem Wilden Westen, als es wichtig war, mit der freien Hand den Colt möglichst schnell aus dem Holster ziehen zu können.

Das Personal fragt regelmäßig höflich nach, ob alles okay ist und ob du noch einen Wunsch hast. Schließlich leben die Servicekräfte angesichts niedriger Fixgehälter zu einem großen Teil vom Trinkgeld. Sobald du aber zu verstehen gibst, dass du keinen Wunsch mehr hast, liegt die Rechnung relativ schnell auf dem Tisch. Denn die nächsten Gäste, die schließlich auch wieder Trinkgeld versprechen, warten schon.

Die Rechnung enthält immer alle Speisen und Getränke pro Tisch. Einer bezahlt also und lässt sich von den anderen Personen Ihren Verzehranteil erstatten. Getrennte Rechnungen sind unerwünscht. Wenn du noch eine Weile im Restaurant bleiben möchtest und das Restaurant gut besucht ist, empfiehlt es sich mit dem Getränk an die Bar zu setzen, um den Tisch für die nächsten Gäste freizumachen.

Das Trinkgeld (tip) beträgt üblicherweise 15% bis 20%. Manchmal ist das Trinkgeld auch schon im Preis enthalten und offen ausgewiesen. Dann kannst du entweder freiwillig aufstocken oder auf zusätzliches Trinkgeld verzichten.

Meistens läuft es so ab, dass die Rechnung in einem Etui gebracht wird. Dort steckst Du Deine Kreditkarte hinein. Das Etui wird abgeholt und Du bekommst Deine Kreditkarte mit dem Abbuchungsbeleg in doppelter Ausfertigung zurück. Erst jetzt notierst Du dort das Trinkgeld und den Gesamtbetrag. Den Beleg für das Restaurant unterschreibst Du. Deine Kopie füllst Du ebenfalls aus, um zuhause die Kreditkartenabbuchung prüfen zu können.

Während man in Deutschland grundsätzlich am Tisch bezahlt, wird die Rechnung in den USA manchmal an der Kasse am Ausgang beglichen. Das hat etwas von Selbstbedienungsrestaurant, ist organisatorisch aber durchaus clever.

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