Amerikas Straßen

In Deutschland unterscheidet man im Wesentlichen zwischen Autobahnen, Bundesstraßen, Landstraßen bzw. Staatsstraßen (in Bayern und Sachsen heißen die Landstraßen »Staatsstraßen«), Kreisstraßen und Gemeindestraßen. Diese haben dann Bezeichnungen wie A1, B2, L1234 oder S1234.

Aber wie sieht es in den USA aus?

Da wären zunächst die Interstate Highways (kurz: Interstates), die in etwa den deutschen Autobahnen entsprechen. Wie der Name schon sagt, verbinden diese Straßen die einzelnen US-Staaten miteinander. Interstates mit ein- oder zweistelligen geraden Nummern verlaufen in Ost-West-Richtung, solche mit ungeraden Nummern von Norden nach Süden. Interstates mit Nummern, die durch fünf teilbar sind, führen über besonders lange Strecken. Dreistellige Nummern mit gerader Anfangszahl stehen häufig für Autobahnringe um größere Städte. Interstates, die in die Städte hineinführen, beginnen meistens mit einer ungeraden Ziffer. Es gibt aber auch Ausnahmen.

Die übrigen Hauptverkehrsstraßen heißen United States Highway (US Highway) und sind am ehesten mit den deutschen Bundesstraßen vergleichbar.

US Highways können ein-, zwei- oder dreistellige Nummern aufweisen. Auch hier verlaufen gerade Nummern grundsätzlich in Ost-West-Richtung und ungerade Nummern von Norden nach Süden. Die Nummern 1 bis 101 stehen für transkontinentale Highways, Nummern über 101 für Nebenstraßen, die von der Hauptroute abweichen. Der ehemalige US Highway 66 (Route 66) ist wohl jedem Amerika-Fan ein Begriff. Teilstrecken erhalten Zusätze nach Himmelsrichtungen, zum Beispiel »US-21E« (US Highway 21 East).

Manchmal trifft man auch auf den Begriff »Pike« für eine Straße, die dem Highway ähnelt. Ausweichstraßen werden z. B. als »Alternate Routes« oder als »Bypass« bzw. »Business Routes« bezeichnet. Ein »Belt« zeigt eine Ortsumgehung an. »Greenway« steht für »landschaftlich interessant«. Highways mit besonders sehenswerter Natur oder historischer bzw. kultureller Bedeutung heißen »National Scenic Byways«. Wenige landschaftlich besonders herausragende »National Scenic Byways« haben die Auszeichnung »All-American Road« erhalten. In Utah, auf dem Weg zum Bryce Canyon, gibt es z. B. den »All-American Highway 12«. Als »Freeways« werden Interstates und andere ähnlich ausgebaute Highways bezeichnet, weil dort freie Fahrt ohne Kreuzungen herrscht. Diese Straßen sind dann häufig auch gebührenpflichtig und heißen »Toll Road« (toll = Gebühr).

Das ganze System ist sehr gewöhnungsbedürftig. Ich unterscheide in meinen Reiseführern deshalb bei Hauptstraßen nur zwischen »Interstates« und »Highways«. Schließlich wollen wir im Urlaub keine Wissenschaft betreiben.

Neben geteerten Straßen trifft man in den Weiten der USA auch auf »Gravel Roads« beziehungsweise »Unpaved Roads«. Dabei handelt es sich um Schotterpisten, die mit dem Geländewagen und zum Teil auch mit dem Pkw vorsichtig befahrbar sind, für die Benutzung mit Wohnmobilen jedoch ausscheiden. Die Mietbedingungen verbieten zumeist auch deren Befahrung. »Dirt Roads«, also »Dreckstraßen«, sind noch weniger befestigt und verwandeln sich bei nasser Witterung schnell in unpassierbare, schmierige Pisten. Die Grenzen zwischen diesen nicht geteerten Straßen sind jedoch fließend. Hier sollte man die Wetterauskunft im Besucherzentrum einholen, um sich nicht unnötigen Gefahren auszusetzen.

Feedback

Bitte hier Verbesserungsvorschläge eintragen. Das Feedback erfolgt anonym. Es werden keine weiteren Daten erhoben.