Wanderschuhe

Osterseen-Rundwanderung

Blick auf die Benediktenwand
Frank Rösner – ZUM NACHREISEN Sonntag, 5. Juli 2026 von Frank Rösner – ZUM NACHREISEN

Die Osterseen: Ein Juwel der Eiszeit

Es muss ja nicht immer eine Bergtour mit vielen Höhenmetern sein. Deshalb habe ich mich heute an die Osterseen erinnert. Dort bin ich zwar schon gewesen, aber eine größere Wanderung rund um die Seen hatte ich noch nicht unternommen.

Die Osterseen sind eine Hinterlassenschaft des Abschmelzens der Gletscher gegen Ende der letzten Eiszeit vor etwa 17.000 Jahren, der sogenannten Würm-Kaltzeit, als Toteisblöcke vom Isar-Loisach-Gletscher abgetrennt und von sand- und geröllhaltigen Schmelzwasserablagerungen bedeckt wurden. Als das Eis abschmolz, blieben trichterförmige Toteislöcher zurück, die sich dann mit Grundwasser füllten – die heutigen Osterseen. Weil sich danach kaum noch Sedimente abgelagert haben, sind die Landschaftsformen bis heute weitestgehend unverändert geblieben. Laut Aushang entlang des Wegs gilt das Gebiet der Osterseen deshalb als eine der am besten erhaltenen Eiszerfallslandschaften Bayerns.

Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz Jägerstraße, der in Iffeldorf gut beschildert ist. Von dort führt der Wanderweg nach Nordwesten. Nach 400 Metern bietet sich ein Abstecher nach rechts zum FKK-Strand an. Die wenigen anwesenden Genießer der freien Körperkultur hielten sich im hohen Gras weitgehend verborgen.

Zwischen Fohnsee und Großem Ostersee bog ich nach rechts zur Quelle Blaue Gumpe ab, dem bekanntesten Grundwasser-Trichter. Die Wände des Quelltrichters sind von weißem Süßwasserkalk überzogen. Weil das Grundwasser eine konstante Temperatur von rund 10 Grad Celsius aufweist, friert die Quelle niemals zu.

Entlang des Großen Ostersees gibt es zahlreiche Uferabschnitte, wo man sich gemütlich niederlassen kann, wobei die Anforderungen des Naturschutzgebiets zu beachten sind.

Auf der Ostseite des Großen Ostersees wanderte ich bis zu dessen nördlichstem Punkt. Dabei passierte ich das Gut Aiderbichl, wo Tiere ein Zuhause finden. Es ging ein Stück entlang der Bahnlinie, dann bog ich nach Westen ab. In Unterlauterbach war es erforderlich, um die dortige Privatklinik Lauterbacher Mühle herumzulaufen, denn die auf der Karte eingezeichneten Wege lagen auf dem Klinikgelände. Das Café NOMOS ließ ich links liegen. Schließlich ging es an der Westseite des Großen Ostersees zurück zur Quelle Blaue Gumpe. Diesmal orientierte ich mich nach der Quelle jedoch nach Süden, so dass ich letztendlich eine „8“ gelaufen bin. Über einen Wurzelweg und eine schmale Brücke, die einen Durchstich zwischen Großem Ostersee und Fohnsee überwindet, erreichte ich den Campingplatz am Fohnsee. Dort bot sich das Fohnsee-Stüberl an der großen Liegewiese für eine Einkehr an. Der Fohnsee ist der einzige See, auf dem Wassersport teilweise erlaubt ist, natürlich keine motorgetriebenen Fahrzeuge.

Zum Schluss führte der Rundweg durch Iffeldorf zurück zum Parkplatz.

Insgesamt war ich für ca. 15 km knapp 4 Stunden gemütlich unterwegs – bei nur 50 Höhenmetern. Die intakte Natur und das unberührte Schilf rund um die Seen sind wirklich einen Ausflug wert. Nach Süden über die Seen hinweg sind Benediktenwand, Herzogstand und Heimgarten, Alpspitze und Zugspitze gut zu sehen, alles Erinnerungen an schöne Bergtouren.

Wer mag, kann auch mit der Bahn anreisen. Iffeldorf hat einen eigenen Bahnanschluss an der Kochelseebahn, die von Tutzing nach Kochel führt. Von München ist die Anreise sogar ohne Umstieg möglich.

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