Lago di Sorapis

Hammerblick mit Dito di Dio (2603 m)
Frank Rösner – ZUM NACHREISEN Sonntag, 4. August 2024 von Frank Rösner – ZUM NACHREISEN

Das schönste See-Erlebnis in den Alpen

Der Lago di Sorapis ist für mich das bisher schönste See-Erlebnis in den Alpen. Zwar leuchtet der Eibsee unterhalb der Zugspitze „vor meiner Haustüre“ auch häufig türkis, beim Lago di Sorapis kommt aber noch die milchige Färbung durch den Gletscherschliff hinzu.

Ausgangspunkt der Wanderung sind Parkbuchten am Passo Tre Croci an der SR48, oberhalb von Cortina d’Ampezzo. Von Toblach fährt man über Schluderbach und den Lago di Misurina. Allerdings sind die Parkmöglichkeiten bei schönem Wetter schnell ausgeschöpft. Wir erwischten auf der Durchreise nach Padua auch noch einen Sonntag. Dementsprechend mussten wir über einen Kilometer unterhalb des Wanderparkplatzes parken.

Zu Beginn ist der Weg ein besserer Spazierweg. Dann geht es durch den Bergwald des Naturparks der Ampezzaner Dolomiten, bis der Weg schmaler wird und eine Bergflanke gequert werden muss. Es sind auch einige wenige Kraxelstellen und seilgesicherte Abschnitte zu meistern. Insgesamt ist es aber keine schwierige Wanderung. Gleichwohl muss man gut zu Fuß sein.

Beim Blick zurück fällt der Blick auf den Monte Cristallo und den Piz Popena. Hin und zurück sind es über 10 km, 5 Stunden Gehzeit und circa 200 Höhenmeter.

Hinter einer Geländestufe taucht plötzlich der See auf und man kommt erst einmal aus dem Staunen nicht heraus. Denn das Wasser des Lago di Sorapis ist nicht einfach nur türkis, sondern zugleich milchig-trüb. Das kommt vom Gletscherschliff. Der darüberliegende Sorapis-Gletscher reibt sich an den Felsen. Dabei entsteht ganz feines Pulver aus Kalk- und Dolomitgestein, sogenanntes Gesteinsmehl. Die schwebenden Partikel streuen das Sonnenlicht im Wasser. Rote und gelbe Lichtanteile werden stärker absorbiert. Blau-grüne Anteile werden reflektiert. Dadurch erscheint das Wasser intensiv türkis oder milchig-blau. Ähnliche Farben findet man auch bei anderen alpinen Gletscherseen, aber beim Lago di Sorapis ist der Effekt besonders stark. Bei meiner Seen-Wanderung in der Bear Lake Region im Rocky Mountain Nationalpark erlebte ich ähnliche Wasserfärbungen. Da wurden Erinnerungen wach.

Nur wenige hundert Meter vom See entfernt liegt das Rifugio Alfonso Vandelli al Sorapis. Natürlich ist dort was los, ebenso am Influencer-Felsen im vorderen See-Bereich. Dort trifft man den einen oder anderen Turnschuhträger. Hauptsache das Foto wird schön. Hinter dem See ragt der Dito di Dio mit 2603 m auf, was dem Seeblick noch eine zusätzliche Note verleiht.

In nördlicher Richtung liegen in der Ferne der Monte Piana, die Dreischusterspitze und die Drei Zinnen.

Man kann den See auch in einer halben Stunde umrunden, muss an der Westseite aber höllisch aufpassen, dass man nicht mehrere Meter abrutscht und im Wasser landet.

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