Bergtouren

Thaneller

Der Gipfel links in Sichtweite
Frank Rösner – ZUM NACHREISEN Samstag, 2. Mai 2026 von Frank Rösner – ZUM NACHREISEN

Was für eine Rundumsicht!

Obwohl der Thaneller nur 2341 m hoch ist, bietet er eine herausragende Rundumsicht. Weil der Thaneller den Bereich zwischen Reutte und Zugspitze so prominent repräsentiert, ist der Berg auch von anderen Gipfeln in der Umgebung häufig zu sehen. Deshalb hat es mich auch einmal gereizt, den Thaneller mit dem Mountainbike zu umrunden.

Von der Nordseite führt ein anspruchsvoller Steig hinauf. Die einfachere Variante führt von Süden auf den Gipfel. Einmal war ich im Winter auf dem Thaneller. Der Schnee reichte bis zum Knie und manchmal sackte man auch bis zur Hüfte ein. Die Tour ist aber auch bei Schnee gut machbar, weil „eigentlich“ keine gefährlichen Absturzstellen vorhanden sind. Aber alles ist relativ.

Heute war der Steig von Süden bereits schneefrei. Die Normalzeit für den Aufstieg beträgt 3¼ Stunden, so dass man mit Gipfelpause und Abstieg insgesamt 6½ Stunden rechnen kann. Es ist keine schwierige Tour, die Hände muss man kaum zu Hilfe nehmen, gleichwohl muss man vor allem im Schottergelände gut zu Fuß und trittsicher sein.

Ausgangspunkt ist der Parkplatz an der Talstation der Thanellerbahn des Skigebiets Berwang-Bichlbach nach dem Ortsende von Berwang. Von dort folgt man einfach der Beschilderung „Thaneller“. Erst führt der Steig in Serpentinen durch den Wald, dann durch Latschengelände und schließlich oberhalb der Baumgrenze zum schönen Gipfelkreuz. Insgesamt sind es ca. 1000 Höhenmeter, denn der Parkplatz liegt auf ca. 1330 m Höhe.

Wichtig ist es, genug Wasser mitzunehmen, auf dem Weg gibt es kein Rinnsal, geschweige denn eine Hütte.

Schon unterwegs reicht der Blick hinüber zur Kohlbergspitze und über den Daniel bis zur Zugspitze. Im Süden fallen vor allem der Loreakopf und die Namloser Wetterspitze auf. Besonders angetan hat es mir das Galtjoch, ein schöner Skitourenberg, der sogar schon vom Parkplatz zu sehen ist, daneben die Steinkarspitze vor der Knittelkarspitze. Auch Alpkopf, Bleispitze, Hochplattig, Gartner Wand und Roter Stein liegen gegenüber. Wer am Parkplatz steht und zu spät dran ist oder sich wegen zu viel Schnee vielleicht doch nicht auf den Thaneller traut, dem sei der Alpkopf daneben empfohlen. Dieser misst nur 1802 m.

Der Rundumblick vom Gipfel ist außergewöhnlich. Im Norden leuchten vor allem der Plansee und der Heiterwanger See. Darüber reicht der Blick vom Säuling bis zum Kienjoch über die Ammergauer Alpen mit Kreuzspitze und Geierköpfen. Weiter rechts liegen die Benediktenwand und die Soiernspitze im Karwendel, im Westen die Tannheimer Berge mit Gaishorn, Einstein, Gimpel, Kellenspitze und Gehrenspitze.

Die unglaubliche Rundsicht kommt auch in der großen Vielzahl prominenter Gipfel zum Ausdruck, die von der Gipfelapp angezeigt werden (wenngleich diese schwer zu identifizieren sind): Hoher Riffler, Valluga, Widderstein, Hochvogel, Säntis, Wildspitze, Weißkugel, Großglockner, Ortler, Hochfeiler, Rietzer Grießkogel, Wannig und Sulzkogel – eine prominente Liste.

Fazit: Die Wanderung auf den Thaneller ist von der Anstrengung vergleichbar mit dem Wank in Garmisch-Partenkirchen, wenn man dort von unten startet. Beim Thaneller hat man aber etwas mehr Schotter. Und man kann nicht mit der Bahn herunterfahren.

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