Bergtouren

Sulzkogel (Kühtai), 3016 m

Sulzkogel-Gipfel, dahinter der Zwölferkogel
Frank Rösner – ZUM NACHREISEN Samstag, 18. Juli 2026 von Frank Rösner – ZUM NACHREISEN

Gipfelerfolg trotz dunkler Wolken

Der Sulzkogel ist ein 3016 m hoher Berg in den Stubaier Alpen. Man erreicht ihn von Kühtai aus. Die Anfahrt erfolgt am besten über die Sellrainer Landstraße von Kematen/Innsbruck.

Mit Ski stand ich schon einmal am Fuße des Speicher Finstertal, der auf dem Weg zum Sulzkogel passiert werden muss. Ich bin dann aber umgekehrt, weil mir die Lawinensituation zu riskant war. Es hingen große Schneemassen auf der schrägen Staumauer. Außerdem war der Weg unterhalb der Staumauer wegen Lawinengefahr gesperrt. Das hinderte zwar andere Skitourengeher nicht daran, weiterzugehen, aber ich war alleine unterwegs. Da nützt dann auch das LVS (Lawinenverschüttetensuchgerät) nichts. Vom Sulzkogel habe ich bisher also nur als beliebten Skitourenberg gehört.

Wie dem auch sei, an diesem Tag wollte ich einen 3000er machen und den Sulzkogel endlich kennenlernen.

Ich reiste bereits am Vortag an, nachdem ich recherchiert hatte, dass es einen Übernachtungsparkplatz für autarke Camper geben soll. Ein entsprechendes Schild habe ich dann aber nicht gefunden. Der erste Parkplatz nach der Ortseinfahrt von Kühtai (von Sellrain kommend) war aber riesig und leer. Nur ein weiterer Camper stand dort. Also dachte ich mir, das wird schon passen. Schließlich war es bereits Mitternacht und wegen 5 Stunden Schlaf machte es auch keinen Sinn, zurück zu fahren. Parkplatzgebühr gab es keine, Kühtai ist im Sommer aber auch wirklich leer und wirkt ausgestorben.

Der Wecker läutete um 5 Uhr und ich startete sogleich um 5:15 Uhr meine Tour. Nach wenigen hundert Metern war links der Speicher Finstertal mit 2½ Stunden ausgeschildert, der Sulzkogel mit 4½ Stunden. Die Oberkante der Staumauer erreichte ich aber bereits nach 2 Stunden. Der Steig ist wunderbar und angenehm. Zwischendurch geht es kurz auf den Fahrweg, die Kehren werden aber auch abgekürzt. Der Blick auf die Staumauer ist beeindruckend.

Oberhalb der Staumauer ist der Gipfel des Sulzkogel mit 3 Stunden angegeben, was nicht ganz zu der Angabe von 4½ Stunden unten in Kühtai passt. Aber auf diese Zeitangaben darf man eh nicht so viel geben.

Es war komplett bewölkt, Gewitter waren allerdings erst für den Nachmittag angekündigt. Ich folgte der Beschilderung zur Südseite des Stausees, als ich Timm traf. Auch er plante den Sulzkogel und weil das Wetter zweifelhaft war, bildeten wir fortan ein Team.

Am hinteren Ende des Stausees beginnt so langsam der Aufstieg zum Sulzkogel, mit zunehmendem Blockgelände. Einige Schafe weideten in dem kargen Gelände. Unterwegs passiert man einen schönen Wasserfall. Nur ein Wanderer kam uns entgegen, der bereits zum Sonnenaufgang auf dem Sulzkogel gewesen ist, wobei ich mich bei dieser Bewölkung gefragt habe, wo da ein schöner Sonnenaufgang gewesen sein soll.

Ich gebe zu, ohne die Zweierschaft mit Timm hätte ich den Sulzkogel an diesem Tag alleine nicht gemacht. So aber checkten wir immer wieder das Wetter mit unseren verschiedenen Apps und kamen zu dem Schluss, dass das Wetter bis Mittag hält. Und so war es dann auch. Allerdings war es beim Aufstieg richtig frisch und windig, obwohl Österreich und Deutschland zurzeit unter einer Hitzewelle stöhnten. So ist es halt in den Bergen. Aber wir waren ja gut ausgerüstet.

Um 9 Uhr standen wir dann doch auf dem Gipfel. Mit Pausen, vor allem Denkpausen, habe ich also nur 3¾ Stunden vom Tal (in Kühtai auf 2000 m) benötigt.

Normalerweise schildere ich an dieser Stelle immer, welche Berge rundum zu sehen sind. Dazu sage ich diesmal aber nichts. Die Fernsicht war zu schlecht und wir hielten uns nicht lange am Gipfel auf. Im Südwesten war eine bedenkliche Schlechtwetterfront auszumachen, dort regnete es möglicherweise auch schon. Der Tiefblick auf den grünen Stausee war aber beeindruckend.

Um 11:30 Uhr waren wir wieder an der Staumauer und legten noch eine längere Pause in der nahen Drei-Seen-Hütte ein. Dort regnete es dann kräftig und den einen oder anderen Wanderer, der nach uns auf den Sulzkogel gestiegen ist, hat der Regen wohl erwischt. Als es aufhörte zu regnen, wählten wir von der Hütte den direkten Weg runter nach Kühtai. Um 14 Uhr war ich wieder am Fahrzeug.

Fazit: Jetzt kenne ich den Sulzkogel, werde die Tour aber irgendwann bei blauem Himmel und Sonnenschein noch einmal einplanen. Laut meiner App waren es 1200 Höhenmeter im Aufstieg. Nach der heutigen Tour bin ich aber eher der Meinung, dass der Sulzkogel als Skitour nichts für mich ist. Zu schwierig.

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