Samstag, 6. Juni 2026 von Frank Rösner – ZUM NACHREISEN
Allgäu vom Feinsten zwischen Rubihorn und Nebelhorn
Ich weilte auf dem Campingplatz Rubi-Camp in Oberstdorf (ca. 800 m Höhe). Die Woche war sehr verregnet. Nach der Tour am Fellhorn mit Kanzelwand nutzte ich ein zweites Wetterfenster für die Besteigung des Rubihorns. Passenderweise konnte ich direkt vom Campingplatz starten. Erst unterwegs entschied ich mich endgültig für die Überschreitung des Gaisalphorns hinüber zum Nebelhorn.
Glücklicherweise wurde der Gipfelanstieg zum Rubihorn über einen neuen Gipfelweg erst einen Tag vorher wieder freigegeben. Denn am Rubihorn hatte sich im September 2025 ein Felssturz ereignet, so dass der Gipfel vorübergehend nicht erreichbar war. Die Sperrschilder waren beim Aufstieg vom Unteren Gaisalpsee zum Rubihorn jedoch noch nicht entfernt, was bei anderen Wanderern für Verwirrung sorgte. Ich hatte glücklicherweise auf die Webseite des DAV Oberstdorf geschaut.
Vom Campingplatz lief ich erst ein paar hundert Meter entlang der Hauptstraße Richtung Rubi. Aber schon bald konnte ich nach rechts auf den Kalkofenweg abzweigen. Auf der Höhe von Rubi führte der Weg dann hinauf zur Gaisalpe. Diese ließ ich jedoch links oberhalb liegen. Ich passierte die Untere Richteralpe und der wunderbare Steig führte im Rücken des Rubihorns hinauf zum Unteren Gaisalpsee (1508 m), in dem sich das Rubihorn spiegelte. Bis hierhin war ich 2¼ Stunden unterwegs.
Ich wählte den Weg um den See herum, danach führte der Steig unterhalb des Rubihorns, zum Teil in Serpentinen hinauf zur Scharte unterhalb des Rubihorns, die ich eine Stunde später erreichte. Von dort waren es nur noch 15 Minuten leichte Kraxelei, zum Teil seilversichert, bis zum Gipfel des Rubihorns auf 1957 m Höhe. Tief unten lagen Oberstdorf und auf der anderen Seite der Untere Gaisalpsee. Bis zum Rubihorn-Gipfel waren es also 3½ Stunden.
Zurück an der Scharte entschloss ich mich, das Gaisalphorn mitzunehmen. Ab hier war es etwas mehr Kraxelei und man musste auch mal die Hände zu Hilfe nehmen. Sogar eine Leiter musste überwunden werden. Aber alles im Rahmen. Größere Gedanken machte ich mir über das Wetter. Den Gipfel des Gaisalphorns (1953 m) erreichte ich nach einer Stunde, bis hierhin waren es also 4½ Stunden.
Vom Gaisalphorn führte der Grat weiter durch die Lawinenverbauungen zum Geißfuß (1981 m), den ich 30 Minuten später erreichte, also nach 5 Stunden. Inzwischen hatte es leicht zu regnen begonnen. Aber ich hatte ja die komplette Schlechtwetterausrüstung dabei. Am Geißfuß wartete ein Gleitschirmflieger auf besseres Wetter und er prophezeite, dass es in 5 Minuten aufhören würde, zu regnen. Und tatsächlich, der Regen hörte auf und der Gleitschirmflieger konnte starten. Gleitschirmflieger müssen eben die Wetterverhältnisse gut einschätzen können.
Der Grat über den Grundkopf hinüber zum Nebelhorn erschien mir zu ausgesetzt, zumal auch das Wetter jederzeit umschlagen konnte. Deshalb wählte ich den einfacheren Weg hinüber Richtung Nebelhorn-Mittelstation (Station Höfatsblick, 1932 m). Gleichwohl war das der schwierigste Abschnitt der Tour, denn durch den Regen war der Abstieg hinunter zum Gaisalpsattel sehr rutschig und teilweise matschig.
Auf dem Weg hinüber zur Mittelstation am Nebelhorn ließ ich die Abzweigung zum Gipfel links liegen, denn der Gipfel war in Wolken gehüllt und ich konnte diesen kürzesten Weg zum Nebelhorn-Gipfel schlecht einschätzen. Deshalb wählte ich den Umweg über die Mittelstation, die ich nach einem Zwischenanstieg und insgesamt 6¾ Stunden erreichte. Links von der Mittelstation wählte ich den Steig zum Gipfel, entlang der Lawinenauslöse-Röhren. Durch diese Röhren wird ein Sauerstoff-Propangas-Gemisch ferngesteuert in das Zündrohr geleitet, um Lawinen zum Schutz der Skifahrer künstlich auszulösen. Im Nachhinein bin ich allerdings zum Ergebnis gekommen, dass ich den direkten Weg zum Nebelhorn hätte nehmen sollen. In der Ferne konnte ich andere Wanderer entdecken, die den direkten Weg gewählt hatten.
Schließlich erreichte ich nach 7½ Stunden den Nebelhorn-Gipfel auf 2224 m, den höchsten Punkt der Tour. Spätestens dort ist man aber nicht mehr alleine. Dafür reicht der Blick rundherum auf 400 Gipfel, zum Beispiel Gaishorn, Kellenspitze, Kreuzspitze, Kramerspitz, Hochvogel, Krottenkopf, Biberkopf, Widderstein, Hohen Ifen, Zugspitze und Wildspitze, Am Nebelhorn beginnt der Grat mit dem Hindelanger Klettersteig hinüber zum Großen Daumen. Das hebe ich mir aber für schöneres Wetter auf.
Mit der Seilbahn fuhr ich zurück zur Mittelstation. Das Edmund-Probst-Haus hatte leider geschlossen, was mich für die Jahreszeit verwunderte. So musste ich auf einen Apfelstrudel verzichten und ich machte noch einen Abstecher hinüber Richtung Hüttenkopf. Ich ging aber nur so weit, dass ich einen Blick auf den Seealpsee werfen konnte. Dieser letzte Abstecher ist im gpx-Track nicht mehr enthalten. Abschließend fuhr ich mit der Nebelhornbahn zurück ins Tal.
Bilder-Galerie
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Blick vom Campingplatz auf das Rubihorn -
Das Rubihorn kurz nach dem Start -
Das Rubihorn auf dem Weg zur Gaisalpe -
Rubihorn und Unterer Gaisalpsee -
Der Steig unterhalb der Rubihorns -
Der Untere Gaisalpsee vom Rubihorn gesehen -
Rubihorn-Gipfel -
Blick auf Oberstdorf -
Blick hinüber zum Gaisalphorn -
Lawinenverbauung am Geißfuß -
Blick zurück auf Rubihorn und Unterer Gaisalpsee -
Gaisalphorn-Gipfel -
Unterwegs zum Gaisalphorn -
Blick zurück zum Rubihorn-Anstieg -
Blick zurück zum Gaisalphorn und Rubihorn -
Blick zurück zum Gaisalphorn und Rubihorn -
Blick voraus zum Nebelhorn -
Lawinenauslöse-Rohr am Nebelhorn -
Das Edmund-Probst-Haus war geschlossen -
Blick auf den Seealpsee -
Blick zurück zur Mittelstation