Bergtouren

Söllereck - Fellhorn - Kanzelwand

Blick voraus zum Fellhorn
Frank Rösner – ZUM NACHREISEN Donnerstag, 4. Juni 2026 von Frank Rösner – ZUM NACHREISEN

Einfache Gratwanderung auf der Grenze zwischen Bayern und Kleinwalsertal

Es war die ganze Woche sehr verregnet. Ich habe ein Wetterfenster für diese einfache Tour genutzt. Es handelt sich um einen der schönsten Höhenwege im Allgäu, den man einmal gemacht haben sollte.

Mit dem Bus bin ich von Oberstdorf Richtung Kleinwalsertal zur Söllereck-Talstation auf 990 Meter gefahren. Die erste Bahn brachte mich hoch zur Bergstation der Söllereckbahn auf 1358 Meter. So habe ich mir den unspektakulären Waldgürtel gespart. Das Fellhorn ist zu Beginn mit 2½ Stunden angegeben. Der Weg ist Anderl Heckmair gewidmet, der 1938 als Erster die Eiger-Nordwand durchstieg und später als Bergführer in Oberstdorf lebte und arbeitete.

Der Steig hoch zum Grenzgrat, eigentlich mehr ein Höhenweg, führt unterhalb des Söllerecks vorbei. Der Gipfel des Söllerecks auf 1706 m wird nicht überschritten. Das nächste Ziel ist der Söllerkopf-Nebengipfel auf 1925 m ohne Gipfelkreuz. Von dort habe ich einen kurzen Abstecher Richtung Söllerkopf-Hauptgipfel gemacht, aber auf halbem Weg umgedreht. Es war doch etwas zu rutschig.

Der Höhenweg führt weiter immer entlang der Grenze zwischen Bayern und Kleinwalsertal (Vorarlberg). Am Fellhorn (2037 m) sind sogar Treppenstufen verbaut. Schwierig ist es also nicht und man ist hier ohnehin nie.

Vom Fellhorn bis zur Kanzelwand benötigt man dann noch einmal gut eine Stunde. Dabei hat man die Kanzelwandbahn-Gipfelstation im Blick.

Leider hatte ich kein Klettersteigset dabei, denn auf die 2059 m hohe Kanzelwand führt der 45-minütige Walser Steig. Also bin ich außenherum in 10 Minuten auf den Gipfel der Kanzelwand gestiegen. Das ist auch sehr einfach.

Danach bin ich noch ein Stück den Grat entlang Richtung Walser Hammerspitze gekraxelt. Das war dann schon etwas anspruchsvoller. Die Walser Hammerspitze hätte ich gerne noch mitgenommen, zumal ich ja schon auf der Oberstdorfer Hammerspitze war, aber dafür war ich eine Stunde zu spät dran. Ich wollte die letzte Bahn der Fellhornbahn nicht verpassen. Wahrscheinlich hätte ich es geschafft, aber das Wetter war auch unsicher. Deshalb bin ich den Steig zurück zur Kanzelwandbahn gegangen und von dort zur Mittelstation der Fellhornbahn, genannt Station Schlappoldsee, auf 1780 m. Unterwegs bin ich noch in der Oberen Alpe Bierenwang für eine Buttermilch und ein Stück Kuchen eingekehrt. Die Gondel brachte mich schließlich hinunter nach Faistenoy im Stillachtal, von wo der Bus zurück nach Oberstdorf fuhr.

Da wurden Erinnerungen wach, denn in Faistenoy bin ich letztes Jahr losgelaufen, vier Tage einfach drauflos mit drei Hütten, Oberstdorfer Hammerspitze, Mindelheimer Klettersteig, Widderstein und dem südlichsten Punkt Deutschlands.

Insgesamt war ich mit Pausen über 7 Stunden unterwegs. Wenn ich die Söllereckbahn rausrechne, waren es gut 1.300 Höhenmeter. Das kommt mir zwar etwas viel vor, aber es kann schon sein. Die Höhenmeter läppern sich durch das ständige auf und ab.

Und welche Berge ringsum sieht man auf dieser Tour?
Beim Blick zurück Richtung Oberstdorf sieht man das Gaisalphorn, den Großen Daumen und das Gaishorn. Im Osten sind der Hochvogel und die Urbeleskarspitze am auffälligsten. Natürlich wird man unterwegs immer vom Hohen Ifen im Kleinwalsertal begleitet, dahinter zeigte die App den Säntis an, wie immer halt. In Laufrichtung nach Süden liegen natürlich die Oberstdorfer Hammerspitze und der Widderstein. An diese Tour denke ich gerne zurück. Zuletzt seien die Valluga, die Schesaplana und der Krottenkopf (2656 m), der höchste Gipfel der Allgäuer Alpen, erwähnt.

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