Gettysburg National Military Park, Pennsylvania

Montag, 1. Juli 2019

GETTYSBURG

Die Schlacht im Bürgerkrieg (1. - 3. Juli 1863)

Wie kein anderer Ort ist Gettysburg mit dem amerikanischen Bürgerkrieg verbunden. Die Schlacht von Gettysburg, bei der sich 95.000 Soldaten der Unionsarmee und 70.000 Männer der Konföderierten gegenüberstanden, gilt als Wendepunkt des Krieges, wenngleich der Krieg danach noch fast zwei Jahre wütete. Bei den Kampfhandlungen vom 1. Juli bis 3. Juli 1863 erlebten die nach Norden vorrückenden Truppen der Konföderierten unter General Robert E. Lee gegen die von General Georg G. Meade geführte Union der Nordstaaten eine schmerzliche Niederlage. Über 50.000 Soldaten wurden getötet, verwundet oder als vermisst erklärt. Nirgendwo sonst starben jemals mehr Soldaten auf amerikanischem Boden als in Gettysburg.

Das Schlachtfeld von Gettysburg ist heute ein riesiger Gedenkpark mit hunderten Memorials, Gefechtsstellungen und Kanonen. Der »Gettysburg National Military Park« umschließt die Stadt und kann auf einer über 20 Meilen langen Strecke mit dem Mietwagen abgefahren werden. Aussichtstürme ermöglichen den Blick über das Schlachtfeld. Es ist schon ein zwiespältiges Gefühl, mit dem Auto über ein Gelände zu fahren, das derart viele Opfer forderte.

Der Nationalfriedhof »Soldiers’ National Cemetery« wurde bereits am 19. November 1863 eingeweiht, nur viereinhalb Monate nach der Schlacht von Gettysburg, inmitten des Bürgerkriegs. Zu diesem Anlass hielt Präsident Abraham Lincoln seine berühmte Rede, in der er die Einheit der Nation beschwor und die als »Gettysburg Address« in die Geschichte einging. Die Gräber sind in Halbkreisfeldern angeordnet, eine Sektion für jeden nördlichen Bundesstaat, außerdem Bereiche für unbekannte Soldaten. Die Kriegsopfer der Konföderierten wurden dagegen zumeist von ihren Familien in ihrer südlichen Heimat beigesetzt.

Auf dem benachbarten »Evergreen Cemetery« liegt Jennie Wade begraben, das angeblich einzige zivile Opfer der Schlacht von Gettysburg. Sie starb durch eine Gewehrkugel der Konföderierten, während sie Brot für die Unionstruppen backte. »While making bread for the Union soldiers« ist auf ihrem Grabstein eingraviert.

Der Amerikanische Bürgerkrieg (zivil war), auch als Sezessionskrieg bezeichnet, hatte vielfältige Ursachen, die sich seit dem Ende des 2. Unabhängigkeitskriegs, dem Krieg von 1812, kontinuierlich aufgebaut hatten. Allgemein bekannt sind die unterschiedlichen Auffassungen hinsichtlich der Sklaverei, welche in der Verfassung der Vereinigten Staaten nicht geregelt worden war. Hinzu kam die völlig unterschiedliche Entwicklung der Landesteile, im Norden eine aufstrebende Industrialisierung, im Süden eine auf Sklavenhaltung gestützte Plantagenwirtschaft. Der Südstaaten waren nicht ausreichend wettbewerbsfähig und der Norden beklagte seine Benachteiligung aufgrund der billigen, versklavten Arbeitskräfte im Süden. Das Fass zum Überlaufen brachte schließlich die Wahl des Gegners der Sklaverei, Abraham Lincoln, zum 16. Präsidenten der USA im November 1860. Daraufhin spalteten sich die Südstaaten von den Vereinigten Staaten ab. Der Krieg kostete insgesamt 600.000 Menschen das Leben. Die hohe Opferzahl lag auch darin begründet, dass modernere, zielgenauere Waffen auf traditionelle Kriegstaktik traf. Wenn ein Soldat mit der Fahne in der Hand voranreitet, ist er eben ein leichtes Ziel. Abraham Lincoln fiel kurz vor Kriegsende einem Attentat zum Opfer. Die Befreiung der Sklaven erlebte er nicht mehr, wobei bis zur endgültigen Gewährung gleicher Bürgerrechte noch 100 Jahre vergehen sollten und dieser Prozess in den Köpfen der Menschen bis heute offenbar nicht abgeschlossen ist.